Flusslandschaft 1950

SchülerInnen

Die US-amerikanische Besatzungsmacht war nicht damit einverstanden, dass es ausschließlich bayrische „Bekenntnisschulen“ geben soll. Nur übergab sie zuletzt Schritt für Schritt die Kompe-
tenzen an die bayrische Politik und deren Behörden, so dass der Widerstand von Kirchen und CSU gegen fortschrittliche US-amerikanische Vorstellungen erfolgreich war: „… Unerschütterlich ist das Bekenntnis der CSU und der von ihrem Landesvorsitzenden geleiteten bayerischen Staatsregierung zur abendländischen Kultur und den Grundsätzen des Christentums. Bayerische Kulturpolitik ist daher entgegen allen Anfeindungen und Widerständen christliche Kulturpolitik mit dem Ziel, Bayern zu einem Bollwerk abendländischer Gesinnung gegen die Mächte der Gottlosigkeit und geistigen Verwirrung zu machen. Diese christliche Kulturpolitik setzt mit der Erziehung der Kinder ein. Die bayerische Staatsregierung hat sich daher besonders für die Erneuerung des Schulwesens eingesetzt … In der Frage des Schulorganisationsgesetzes mußten Widerstände überwunden wer-
den. Sein Entwurf wurde, nachdem der Landtagsausschuß über ihn bereits beschlossen hatte, von der Militärregierung einer Prüfung unterzogen. Erst nach neun Monaten wurde das Ergebnis be-
kannt. Die Einwendungen betrafen jedoch Bestimmungen, die in der Verfassung, dem Konkordat und den Staatsverträgen mit der evangelischen Kirche festgelegt sind. Sowohl die katholischen Bischöfe als auch die evangelische Kirche Bayerns haben sich entschieden hinter die bayerische Staatsregierung gestellt und die Ausführungen der Militärregierung, die darauf hinausgehen, das System der Bekenntnisschulen zu durchlöchern, abgelehnt. Dagegen vertritt die bayerische Staats-
regierung und die CSU den Willen der christlichen bayerischen Bevölkerung und sieht das Wesen der Demokratie nicht darin, daß Minderheiten von 0,5 Prozent das Recht haben sollen – soviel machen die nichtchristlichen Schulkinder in Bayern aus – die übrigen 95 Prozent zu majorisieren … Das letzte Ziel der Kulturpolitik in Bayern ist die Wiederherstellung des christlichen Ordnungs-
prinzips. Deshalb wird festgehalten an der Bekenntnisschule, an der religiös-sittlichen Ausbildung aller Schüler in allen Schulen und an der Zurückweisung aller antireligiösen, unchristlichen und unsittlichen Strömungen und Erscheinungen unserer Zeit. Das christliche Volk in Bayern weiß und fühlt mit der CSU, daß das Verlassen dieses christlichen Ordnungsprinzips im Letzten und Tiefsten die Ursache des Unglücks unserer Zeit und der letzten deutschen Katastrophe ist …“1 Eine Reform des Schulwesens scheitert. Und erst 1958 endet der Konflikt um die Reform der Lehrerbildung mit der Errichtung Pädagogischer Hochschulen mit konfessionellem Charakter. Siehe auch „Religion“.


1 CSU baut auf. Tatsachen und Zahlen über die Arbeit der Bayerischen Staatsregierung, München (1950), 15 ff.

Überraschung

Jahr: 1950
Bereich: SchülerInnen